Geschichte


Das sich die Geschichte eines alten ( vermutlich des ältesten musiktreibenden Vereins Hessens) nicht in zwei Sätzen beschreiben läßt ist selbstverständlich. Darum sind hier die markantesten Eckdaten für Sie aufgeführt.

1832 Conrad Schaad, geboren am 27. Juni 1800 in Ruppertsburg, gründet den Musikverein und den Männergesangverein „Frohsinn" Laubach.

1822 wurde er Präzeptor (2. Lehrer) an der Gemeindeschule in Laubach. Er starb am 19. Mai 1890. Neben diesen beiden Vereinen gründete er 1848 die Turngemeinde und 1863 den Vorschussverein, aus dem später die Laubacher Bank, heute Oberhessische Volksbank hervorging.
Zu seinen Ehren wurde auf dem Laubacher Hausberg - dem Ramsberg — anlässlich seines 100. Geburtstages am 27. Juni 1900, ein Denkmal errichtet. Ende der sechziger Jahre wurde das Denkmal vor die heutige Grundschule Laubach versetzt.

1849 In diesem und in den folgenden Jahren muß es, aufgrund des aus dem Jahre 1855 vorliegenden Schreibens des Großherzoglichen Kreisamtes Schotten, Unstimmigkeiten mit der Bürgermeisterei Laubach gegeben haben. Die Folge davon war die Streichung der unentgeltlichen Bereitstellung von Brennholz zur Heizung des Übungsraumes.

1855 Der Musikverein beschwert sich beim Kreisamt in Schotten über das fehlende Brennholz zur Beheizung des Übungsraumes.

1857 In einem Schreiben bittet der Gründer des Musik- und Singvereins Schaad den Stadtvorstand Laubach um Übernahme der Schirmherrschaft für das 25-jährige Vereinsjubiläum. 

1895 Johannes Enders von Beruf Justizbeamter (Gefängniswärter) wird Dirigent des Vereins.

1897 Aus diesem Jahr stammt das älteste noch existierende Foto:

1923 Heinrich Diehl V (Schreinermeister) übernimmt von Johannes Enders das Dirigentenamt. Er wohnte viele Jahre in Berlin. Deshalb war er in Laubach unter dem Namen „Berliner" bekannt. Am 29. Oktober wurde in seiner Wohnung eine neue Satzung verabschiedet.

1924 Heinrich Diehl V—der Dirigent des Vereins—wird 1. Vorsitzender. Ab diesem Jahr liegen Kassenbücher vor. Zu dieser Zeit konnte der Verein aufgrund einer vorliegenden Mitgliederliste 121 Mitglieder aufweisen. Ein erheblicher Teil dieser Mitglieder ist Ende der 20er Jahre und Anfang der 30er Jahre wieder ausgetreten. Die Gründe hierfür lassen sich wohl auf die damaligen politischen Umwälzungen in Deutschland zurückführen. Ein äußeres Zeichen hierfür war die Gründung einer SA-Kapelle, die sich mit 2 Musikern aus Laubach und Musikern aus benachbarten Gemeinden zusammensetzte.

1925 Georg Oßwald (Malermeister) wird 1. Vorsitzender. Dieses Amt übt er bis 1948 aus.

1927 Walter Horst aus Grünberg wird Dirigent. Er war von Beruf Schlosser/Dreher. Herr Horst hatte auch ein Konservatorium besucht. Unter seiner Stabführung wurde auch die .Oberhessische Orchestervereinigung" mit Musikern aus Laubach und Stangenrod gegründet.

1929 Aus diesem Jahr liegt ein Erlaubnisschein vom Kreisamt Schotten zur Durchführung eines Konzertes im Solmser Hof vor. Sicherlich konnte sich die Oberhessische Orchestervereinigung in den folgenden Jahren dem immer stärker werdenden politischen Druck nicht widersetzen. Um auch weiterhin als Verein weiterbestehen zu können, war man gezwungen, sich den politischen Gegebenheiten anzupassen. Ohne Anschluss an eine Organisation des nationalsozialistischen Regimes war ein Musizieren im Verein unmöglich. So kam es zur Gründung der N.S.K.K.-Kapelle Standarte M/147 Gießen. Anmerkung: N.S.K.K .ist die Abkürzung für Nationalsozialistisches Kraftfahr-Korps. (M steht für Motor).

1939 In diesem Jahr fand die letzte Veranstaltung des Musikvereins — zusammen mit dem Gesangverein — vor dem Kriege statt. Der Dirigent Herr Horst aus Grünberg gibt angehenden Musikern aber weiterhin Unterricht. Während des Krieges ruhte die Vereinstätigkeit.

1946 Der Musikverein Laubach wird für die Villinger Kirmes engagiert. Das war der erste Auftritt nach dem Kriege. Die Zeit nach dem Kriege kann nicht geschrieben werden ohne Frau Hilde Kratzert zu erwähnen. Als Flüchtling kam sie aus dem Sudetenland nach Laubach. Sie war eine hervorragende Pianistin und war dem Verein eine wertvolle Stütze. Sie erteilte auch Akkordeonunterricht, so z. B. von 1958-1964 dem damaligen Vorstandsmitglied Wolfgang Möll. Ohne Frau Kratzert und ihre Schüler wäre der Verein damals nicht in der Lage gewesen, Konzerte abzuhalten.

1948 Unter der Leitung von Walter Horst spielte der Musikverein zur Kirmes in Altenhain.

1949 Albert Peter wird am 22. Januar im Cafe Göbel zum 1. Vorsitzenden gewählt. Dieses Amt bekleidete er bis 1989.

1950 Am 3. Januar gibt der Musikverein Laubach sein erstes Konzert nach dem Kriege. In den folgenden Jahren bestand der Musikverein aus ca. 10-12 Musikern in Tanzmusikbesetzung. Sie umrahmten in den 50er Jahren die kulturellen Veranstaltungen in Laubach. Diese Besetzung spielte vorwiegend zu Fasching, Ausschußfest und Tanzveranstaltungen aller Art. Herr Horst, der auch Dirigent des Musikvereins Grünberg war, vereinigte die Musiker beider Vereine zu gemeinsamen Proben und Auftritten. Beide Vereine traten in dieser Zeit vorwiegend gemeinsam als Feuerwehrkapelle auf, so z. B. zum Kreisfeuerwehrtag in Gießen (mit Bühnenspiel in der Miller Hall), zum großen Zapfenstreich mit dem Spielmannszug Alsfeld zur Gallusmarkteröffnung auf dem Marktplatz in Grünberg.

1964 Gemeinsam gestaltetes Konzert mit der Akkordeongruppe von Frau Kratzert. 1972 Musikalische Unterhaltung zum 1. Laubacher Lichterfest.

1974 Aus gesundheitlichen Gründen muß Herr Horst das Amt des Dirigenten abgeben. Albert Peter, gelernter Bankkaufmann (Amtsrat), wird Dirigent des Vereins.

1975 Erster öffentlicher Auftritt unter der Stabführung von Albert Peter anlässlich eines vom Fanfarenzug Laubach ausgerichteten Musikwettstreites.

1977 Am 3. September stirbt der langjährige Dirigent Walter Horst (Grünberg).

1978 Die Aktiven mit Familienangehörigen unternehmen eine Rundfahrt auf einem vom Traktor gezogenen Anhänger. Bei dieser Gelegenheit werden Konzerte in den Altersheimen in Laubach und Hungen sowie im Kloster Arnsburg gegeben.

1979Erstes Frühschoppenkonzert am Ausschuß-Dienstag im Festzelt.

1980 Teilnahme am Festzug im Rahmen des Hessentages in Grünberg. Erste Fahrt in die Partnerstadt Elancourt mit mehreren Auftritten. Am 20. Dezember erstes gemeinsames Konzert mit dem Solms-Laubacher Gesangverein im Solmser Hof.

1981 Der Musikverein konzertiert im August auf der Bundesgartenschau in Kassel.

1982 Mitwirkung anlässlich des 150jährigen Vereinsjubiläums des Solms-Laubacher Gesangvereines.

1983 Teilnahme am Hessentag-Festzug in Lauterbach und am Festzug anlässlich der 800 Jahrfeier von Ruppertsburg.

1984 Wochenendausflug nach Rothenburg ob der Tauber. Platzkonzert auf dem historischen Marktplatz. Anlässlich des Jahreskonzertes übergibt Albert Peter offiziell den Dirigentenstab an Roland Niesner. Herr Niesner studierte Musik und ist von Beruf Grund- Haupt- und Realschullehrer (Musik, Mathematik). Seit Anfang des Schuljahres 1991/92 unterrichtet er an der Grundschule in Laubach. Albert Peter wird zum Ehrendirigenten ernannt.

1985 Der Musikverein nimmt aufgrund der neuen Satzung wieder fördernde Mitglieder auf. An zwei Wochenenden hintereinander konzertiertet der Verein im Kurort Emstal zu Großveranstaltungen und spielt anschließend zum Tanz auf.

1986 - 1200 Jahrfeier der Stadt Laubach. Teilnahme am Hofkonzert des Hessischen Rundfunks im Schlosshof, Mitgestaltung des Festabends im Festzelt, Ständchen zum 60. Geburtstag von Bürgermeister Funk, Mitwirkung an der Musikshow auf dem Sportgelände, Teilnahme am historischen Festzug.

1987 Musikalische Umrahmung des 1. Frühschoppens an Himmelfahrt auf dem Marktplatz.

1988 Wunschkonzert zum Abschluss der Laubacher Kulturwoche im Rathaussaal. Konzert des Musikvereins 1832 Laubach. Gastvereine: MV Stangenrod und der Solms-Laubacher Gesangverein. Aufgrund seiner langjährigen Vereinstätigkeit erhält Albert Peter die Verdienstmedaille in Gold für besondere Verdienste um die Blas- und Volksmusik von der Bundesvereinigung Deutscher Blas- und Volksmusikerverbände e.V. in Stuttgart.

1989 Aus Altersgründen legt Albert Peter nach 40 Jahren das Amt des 1. Vorsitzenden nieder. Sein Nachfolger wird Hans-Gerd Reitz. Albert Peter wird durch die Generalversammlung zum Ehrenvorsitzenden ernannt. In diesem Jahr wird dem Musikverein der Kulturpreis der Stadt Laubach verliehen

STADT LAUBACH 
U R K U N D E
Über die Verleihung des Kulturpreises der Stadt Laubach 1989
Hiermit wird dem
Musikverein Laubach
der Kulturpreis der Stadt Laubach 1989
verliehen.

Die Verleihung erfolgt für besondere Verdienste auf dem Gebiet der Pflege der Volks- und Blasmusik. Mit dem damit verbundenen Geldpreis soll nicht nur die bisherige Arbeit des Musikvereins Laubach Anerkennung finden, sondern es soll auch ein Beitrag dazu sein, dass der Musikverein seine vielfältige und kostenaufwendigen Aktivitäten fortsetzen kann.

Laubach, 04. November 1989
Der Magistrat der Stadt Laubach
(Bürgermeister)


1990 Teilnahme an der Fremdensitzung in der Stadthalle Offenbach vor mehr als 2000 Karnevalisten. Zwei Fahrten in die Partnerstadt Elancourt mit einem Tagesausflug und einem Platzkonzert unter dem Pariser Eiffelturm. Mitwirkung auf dem „Hoherodskopffest" der FDP. Als Gäste waren u. a. die Minister Lambsdorff und Gerhardt anwesend. Nach Überwindung der deutschen Teilung folgte ein Ausflug nach Eisenach mit einem Platzkonzert auf dem Marktplatz und Besuch der Wartburg.

1991 Am 26. April fand im Feuerwehrgerätehaus eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt. Anlaß war eine Satzungsänderung, die zur Erlangung der Gemeinnützigkeit seitens des Finanzamtes und der Eintragung in das Vereinsregister notwendig geworden war, da die Stadt Laubach keine Spendenbescheinigungen mehr ausstellen darf. Außerdem bedurfte es einer Regelung der Haftung des Vereins, da bislang der Vorstand und die Mitglieder mit ihrem Privatvermögen gehaftet haben. Die Satzung fand die volle Zustimmung der Versammlung. Im Hinblick auf das bevorstehende Vereinsjubiläum 1992 wird eine neue einheitliche Kleidung angeschafft (bordeaux-farbenes Jackett mit Weste und schwarze Hose). Am 25. September wurde der Musikverein in das Vereinsregister beim Amtsgerichtes Giessen eingetragen und vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt. Am 30.November begann die Auftaktveranstaltung zum 160Jährigen Vereinsjubiläum. Die Veranstaltung stand unter dem Motto: "Lasst euch grüßen"

2007 Dies ist ein Festjahr. Der Musikverein feiert 175. Jahre Bestehen. Am 21. April wird ein Festkommers im "Solmser Hof" veranstaltet. Es folgt das Hessische Musikfest, sowie ein Konzert der Zellberg Buarm.

2008 Ullrich Heitmann übernimmt das Dirigentenamt übergangsweise.

2009 Im November Übernimmt Christopher Lipp das Amt des Dirigenten von Ullrich Heitmann.

2010 In der Jahreshauptversammlung gibt Helmut Bethke das Amt des Notenwarts nach vielen Jahren an Wolfgang Möll ab. Da Wolfgang Möll dadurch den Platz als Beisitzer der Aktiven nichtmehr warnehmen kann, wird er von Dennis Domladovac besetzt.

2011 In der Jahreshauptversammlung wird Dennis Domladovac zum Notenwart und Katrin Domladovac zur zweiten Jugendwärterin ohne Stimmrecht gewählt. Der Musikverein spielt zum Frühschoppen bei der Feuerwehr am 1.Mai anläßlich ihres 90. Jährigen Jubiläums auf und nach dreijähriger Pause wieder den Frühschoppen des Ausschussfestes, dieser war nach aussagen von Zuschauern der beste seid langer Zeit. Ebenso wurde nach längerer Pause am 26.11.11. ein Adventskonzert im DGH Wetterfeld gegeben.

2012 Die Jahreshauptversammlung beschloss am 02.03.12 eine Wiederwahl des gesamten Vorstandes bis auf den Jugendwart Bernd Seibert, der sein Amt aus beruflichen Gründen nicht weiter ausüben kann. Somit wurde Christopher Lipp zum neuen 1.Jugendwart gewählt.

2013 Am 23. März veranstaltete der Verein ein Frühjahrskonzert in der Herrenscheune Laubach, die von Karl Georg Graf zu Solms-Laubach zu verfügung gestellt wurde. Dem ausverkauften Haus gefiehl die Vorstellung sehr gut und es gab tobenden Applaus. Ein Konzert mit dem selben Programm wurde am 02. November in Eichelsachsen unter Regie des dortigen Feuerwehrvereins abgehalten.

2014 Nach dem Tod unseres langjährigen 2. Vorsitzenden Karl-Heinz Stengl wird Karl-Heinz Henkel zu dessen Nachfolger gewählt.

2015 In diesem Jahr hat der Vorstand einen größeren Wechsel erfahren. Karl-Heinz Henkel wurde 2. Vorsitzender, Antje Müller Schriftführerin, Tobias Wagner 1. Jugendwart, Manfred Lotz 2. Jugendwart, Hubert Honsowitz Beisitzer der Aktiven, Matthias Richter Beisitzer der Passiven und Viviane Staab Notenwart. Weiterhin gaben wir zusammen mit der Feuerwehrkapelle Makrt Trockau einen Frühschoppen in Rüdenhausen anlässlich des 30.-jährigen Bestehen der Wengertsmusikanten.

2016 Zu beginn des Jahres erfolgte ein Dirigentenwechsel. Christopher Lipp gab den Dirigentenstab nach sechs Jahren Tätigkeit an Reiner Sommerlad ab, der Klavier und Akkordeon studiert und sehr lange Erfahrung im Bereich der Blasmusik aufweisen kann. Im Laufe des Jahres übernahm Hubert Honsowitz die Dirigententätigkeit, da Reiner Sommerlad aus privaten Gründen dies nicht mehr ausüben kann.

2017 Ein Höhepunkt in diesem Jahr war die Fahr zur Laubachs Partnerstadt Grävenhainichen. Wir beteiligten uns musikalisch an einem Programm in der Freilichtbühne und umrahmten den Festabend.

 


 

In der Vereinschronik wurden lediglich die herausragenden Ereignisse beschrieben. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Veranstaltungen, die jährlich wiederkehren und ein fester Bestandteil unseres Terminplans sind.
Anhand einer chronologischen Auflistung lassen sich diese Auftritte oder auch Festlichkeiten am besten verdeutlichen:

Die Zeit zwischen den Jahren und die ersten Tage des neuen Jahres nutzen die Mitglieder des Orchesters für eine kleine schöpferische Pause. Aber viel Zeit bleibt nicht. Die nächsten Veranstaltungen stehen bereits vor der Tür. Und neben den eben beschriebenen wiederkehrenden Veranstaltungen gibt es noch eine große Anzahl anderer Verpflichtungen, zu denen der Musikverein gerufen wird. Sie alle nennen zu wollen, würde den Rahmen dieses teils unserer Homepage sprengen. Insbesondere die vielen .Ständchen" zu Hochzeiten, Geburtstagen, Jubiläen usw. dürften den meisten Kennern des Vereins ein Begriff sein. Gerade in den zuletzt genannten „Ständchen" drückt sich eine gewisse Verbundenheit zur Laubacher Bevölkerung aus, die der Musikverein auch in Zukunft erhalten möchte.